Software-Normen & Standards – ISO 25010, 9241, 27001, DSGVO & ITIL
Dieser Beitrag ist eine Begriffserklärung zu wichtigen IT-Normen – inklusive Prüfungsfragen und Tags.
In a Nutshell
Normen und Standards bilden die Grundlage für qualitativ hochwertige Softwareentwicklung, sichere IT-Systeme und professionelles Projektmanagement.
Kompakte Fachbeschreibung
1. Softwareentwicklung & Qualität
ISO/IEC 25010 ist das System- und Softwarequalitätsmodell, das ISO 9126 ersetzt. Es definiert 8 Qualitätseigenschaften: Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Leistungseffizienz, Wartbarkeit, Kompatibilität, Sicherheit und Portabilität. Absolut zentral für Softwarequalität und Testziele.
ISO/IEC/IEEE 12207 beschreibt Software-Lebenszyklusprozesse von Angebotserstellung über Entwicklung, Betrieb bis zur Wartung. Grundlage für viele Vorgehensmodelle.
DIN EN 301 549 definiert Barrierefreiheits-Anforderungen für IT-Produkte, immer wichtiger für inklusive Softwareentwicklung.
2. Usability & User Experience
DIN EN ISO 9241 ist die Reihe zur Mensch-System-Interaktion. Wichtigster Teil: Teil 110 mit den 7 Dialogprinzipien (Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität, Fehlertoleranz, Individualisierbarkeit, Lernförderlichkeit). Extrem prüfungsrelevant!
DIN EN ISO 9241-210 beschreibt den Prozess des nutzerzentrierten Designs: Kontext verstehen, Anforderungen spezifizieren, Entwurf, Evaluation.
3. IT-Sicherheit & Datenschutz
ISO/IEC 27001 ist der Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Zeigt, wie man Sicherheitsprozesse aufbaut, umrichtet und verbessert.
BSI Grundschutz ist das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI mit praxisnahen Maßnahmen zur IT-Absicherung.
BDSG/DSGVO sind die wichtigsten Gesetze! Die DSGVO und das BDSG müssen inhaltlich bekannt sein: Privacy by Design, Auskunftsrecht, Löschung, Auftragsverarbeitung, TOMs.
4. Projektmanagement & Prozesse
ISO 9001 definiert Qualitätsmanagementsysteme mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (PDCA-Zyklus: Plan-Do-Check-Act).
V-Modell XT ist ein Vorgehensmodell für IT-Projekte, besonders im öffentlichen Sektor verbreitet.
ITIL (ISO/IEC 20000) ist das Framework für IT-Service-Management mit Prozessen wie Incident-, Problem-, Change-Management.
Prüfungsrelevante Stichpunkte
ISO 25010: Definiert 8 Qualitätseigenschaften für Softwarequalität und Testziele. Wichtig für die Definition von Qualitätskriterien in Projekten und Prüfungen.
ISO 9241-110: Die 7 Dialogprinzipien müssen auswendig gekonnt werden (Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität, Fehlertoleranz, Individualisierbarkeit, Lernförderlichkeit). Extrem prüfungsrelevant für Usability-Fragen.
ISO 27001: Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Beschreibt den Aufbau von Sicherheitsprozessen, Risikomanagement und kontinuierliche Verbesserung der IT-Sicherheit.
DSGVO: Datenschutz-Grundverordnung mit Kernprinzipien wie Privacy by Design, Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung. Wichtig für Auftragsverarbeitung und TOMs (Technisch-organisatorische Maßnahmen).
ITIL: Framework für IT-Service-Management mit Prozessen wie Incident Management (Störungsbeseitigung), Problem Management (Ursachenanalyse), Change Management (geplante Änderungen).
Normen zeigen strukturiertes Vorgehen: Kenntnis von Normen demonstriert fundiertes Wissen und professionelle Arbeitsweise. Pluspunkt in Fachgesprächen und Projekten.
Kernkomponenten
1. Qualitätsmerkmale nach ISO 25010: 8 Eigenschaften (Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Leistungseffizienz, Wartbarkeit, Kompatibilität, Sicherheit, Portabilität) bilden die Basis für Qualitätsbewertung.
2. Dialogprinzipien nach ISO 9241-110: 7 Prinzipien für benutzerfreundliche Dialoggestaltung. Grundlage für Usability-Tests und UI-Design.
3. ISMS-Aufbau nach ISO 27001: Strukturierter Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems mit Risikobewertung, Sicherheitsmaßnahmen und kontinuierlicher Verbesserung.
4. Datenschutzprinzipien der DSGVO: Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung, Integrität, Vertraulichkeit. Basis für datenschutzkonforme Softwareentwicklung.
5. ITIL-Service-Management-Prozesse: Incident, Problem, Change, Configuration, Release Management. Strukturierte Bearbeitung von IT-Services und Störungen.
6. PDCA-Zyklus nach ISO 9001: Plan-Do-Check-Act Zyklus für kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Qualität.
7. V-Modell-XT Phasen und Aktivitäten: Phasenbasiertes Vorgehensmodell mit Aktivitäten von Anforderungen bis Abnahme. Besonders im öffentlichen Sektor relevant.
8. Barrierefreiheitskriterien nach DIN EN 301 549: Anforderungen für barrierefreie IT-Produkte. Wichtig für inklusive Softwareentwicklung und gesetzliche Konformität.
9. Lebenszyklusprozesse nach ISO 12207: Software-Lebenszyklus von Angebotserstellung über Entwicklung bis Wartung. Grundlage für viele Vorgehensmodelle.
10. Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOMs): Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der DSGVO (Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Logging, Backup).
Praxisbeispiel
Beispiel: Qualitätsziele für eine Webanwendung nach ISO 25010:
- Funktionalität: Benutzerregistrierung, Login, Datensuche
- Zuverlässigkeit: 99,9% Verfügbarkeit, Fehlerhandling
- Benutzbarkeit: ISO 9241-110 Dialogprinzipien umgesetzt
- Leistungseffizienz: Ladezeit < 2 Sekunden
- Wartbarkeit: Modulare Architektur, dokumentierte APIs
- Kompatibilität: Chrome, Firefox, Safari, mobile Browser
- Sicherheit: ISO 27001 ISMS, DSGVO-Konformität
- Portabilität: Docker-Container, Cloud-Deployment
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Strukturierte Vorgehensweise
- Nachvollziehbare Qualität
- Rechtssicherheit durch Normenkonformität
- Verbesserte Prozesse und Produkte
Nachteile
- Einarbeitungsaufwand
- Kosten für Zertifizierungen
- Bürokratischer Aufwand
- Flexibilität kann eingeschränkt sein
Typische Prüfungsfragen (mit Kurzantwort)
- 8 Qualitätseigenschaften nach ISO 25010? Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Leistungseffizienz, Wartbarkeit, Kompatibilität, Sicherheit, Portabilität.
- 7 Dialogprinzipien nach ISO 9241-110? Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität, Fehlertoleranz, Individualisierbarkeit, Lernförderlichkeit.
- ISO 27001 Zweck? Aufbau von Informationssicherheits-Managementsystemen.
- DSGVO Kernprinzipien? Privacy by Design, Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung.
- ITIL Hauptprozesse? Incident Management, Problem Management, Change Management, Service Desk.
- PDCA-Zyklus nach ISO 9001? Plan-Do-Check-Act: kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
- DIN EN 301 549 Zweck? Barrierefreiheits-Anforderungen für IT-Produkte.
- ISO 12207 Bedeutung? Software-Lebenszyklusprozesse von Entwicklung bis Wartung.
Wichtigste Quellen
- https://www.iso.org/standard/64239.html (ISO 25010)
- https://www.iso.org/standard/63078.html (ISO 9241-110)
- https://www.iso.org/standard/54534.html (ISO 27001)
- https://dsgvo-gesetz.de/ (DSGVO)
- https://www.itil.org/ (ITIL)
Weiterführende Artikel zur Softwarequalität
- Softwarequalität Grundlagen
- Softwarequalität nach ISO 25010
- Softwarequalität nach ISO 9126 und ISO 25010
- Softwarequalität Metriken
- Softwarequalität Wartbarkeit
- Softwarequalität Zuverlässigkeit
- Softwarequalität Benutzerfreundlichkeit
- Softwarequalität Performance
- Softwarequalität Sicherheit
- Softwarequalität Testabdeckung
- Testautomatisierung und Softwarequalität
- Behavior Driven Development (BDD)
- Static Code Analysis Tools



