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ISO 9126 ISO 25010 Softwarequalität Qualitätsmerkmale Functional Suitability Performance Efficiency Reliability Security Maintainability Portability

Softwarequalität: ISO 9126 vs. ISO 25010 Qualitätsmerkmale einfach erklärt

ISO 9126 (6 Merkmale) vs. ISO 25010 erklärt: Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Effizienz, Änderbarkeit, Übertragbarkeit; ISO 25010 ergänzt.

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schutzgeist

2 min read
Softwarequalität: ISO 9126 vs. ISO 25010 Qualitätsmerkmale einfach erklärt

Qualitätsmerkmale nach ISO 9126 und ISO 25010

Softwarequalität ist ein zentrales Thema in der IHK-Prüfung für Fachinformatiker und in der täglichen Praxis der Softwareentwicklung. In Prüfungen müssen Sie Qualitätsmerkmale erklären, bewerten und in Projektdokumentationen anwenden können. In der Praxis entscheidet Softwarequalität über den Erfolg von Projekten, Kundenzufriedenheit und langfristige Wartbarkeit. Verstehen Sie die ISO-Normen, um professionell über Qualität zu kommunizieren und messbare Kriterien zu definieren.

Dieser Beitrag ist eine Begriffserklärung zu den Qualitätsmerkmalen nach ISO 9126 und ISO 25010 – inklusive Prüfungsfragen und Tags.

In a Nutshell

  • ISO 9126: älteres Modell mit 6 Hauptmerkmalen.
  • ISO 25010: modernisiert, 8 Hauptmerkmale, schärfer, ergänzt Sicherheit und Kompatibilität.

Beide dienen der messbaren Spezifikation, Bewertung und Kommunikation von Softwarequalität.

Kompakte Fachbeschreibung

ISO 9126 (6 Merkmale)

  1. Funktionalität
  2. Zuverlässigkeit
  3. Benutzbarkeit
  4. Effizienz
  5. Änderbarkeit
  6. Übertragbarkeit

ISO 25010 (8 Merkmale)

  1. Functional Suitability
  2. Performance Efficiency
  3. Compatibility
  4. Usability
  5. Reliability
  6. Security
  7. Maintainability
  8. Portability

Wichtige Verschiebungen und was sie für die Praxis bedeuten:

Interoperabilität wandert von Funktionalität zu Kompatibilität In ISO 9126 war Interoperabilität Teil der Funktionalität, also die Fähigkeit, mit anderen Systemen zusammenzuarbeiten. In ISO 25010 wird dies zur Kompatibilität, weil es nicht mehr nur um die Funktion geht, sondern um die grundsätzliche Fähigkeit, verschiedene Systeme zusammenzubringen. Beispiel: Ein CRM-System muss nicht nur Daten exportieren können (Funktion), sondern mit verschiedenen ERP-Systemen unterschiedlicher Hersteller zusammenarbeiten (Kompatibilität).

Effizienz wird zu Performance Efficiency Effizienz bezog sich hauptsächlich auf Ressourcennutzung. Performance Efficiency erweitert dies um Kapazität und Ressourcenverhalten. Beispiel: Eine Webanwendung muss nicht nur schnell sein (Effizienz), sondern auch bei 1000 gleichzeitigen Nutzern stabil bleiben (Kapazität).

Sicherheit wird eigenständiges Hauptmerkmal Früher war Sicherheit oft Teil anderer Merkmale. Heute ist es ein eigenständiges Hauptmerkmal, da Cybersecurity entscheidend geworden ist. Beispiel: Eine Banking-App muss nicht nur funktionieren, sondern auch vor Hackern geschützt sein.

Änderbarkeit wird zu Maintainability Maintainability ist umfassender und schließt Modularität, Wiederverwendbarkeit und Testbarkeit ein. Beispiel: Ein Shopsystem muss nicht nur leicht änderbar sein, sondern auch einfach zu testen und einzelne Komponenten wiederverwendbar.

Übertragbarkeit wird zu Portability Portability ist schärfer definiert und umfasst Installierbarkeit und Austauschbarkeit. Beispiel: Eine Anwendung muss nicht nur auf verschiedenen Betriebssystemen laufen, sondern auch einfach installiert und migriert werden können.

Prüfungsrelevante Stichpunkte

  • Unterschied 9126 zu 25010 (6 zu 8 Merkmale, neue Schwerpunkte)
  • Typische Untermerkmale benennen (Functional Completeness, Time Behaviour, Availability, Modifiability, Installability)
  • Metriken und Nachweise festlegen (Reaktionszeit, Fehlerrate, MTTR, Code-Metriken, Usability Scores)
  • Abnahme messbar formulieren (Akzeptanzkriterien je Untermerkmal)
  • Trade-offs erkennen (Leistung gegen Sicherheit, Wartbarkeit gegen Portabilität)
  • Mapping 9126 zu 25010 nutzen (Legacy-Modernisierung)
  • Wirtschaftlichkeit: Qualität senkt Fehlkosten, beschleunigt Lieferung

Kernkomponenten

  1. Hauptmerkmale und Untermerkmale (beider Normen)
  2. Mapping-Leitfaden (9126 zu 25010)
  3. Messkonzept (Zielwerte, Verfahren, CI-Integration)
  4. Belegartefakte (Anforderungsspezifikation, Tests, Monitoring)
  5. Governance (Zuständigkeiten, Reviews)
  6. Risiken und Gegenmaßnahmen (zum Beispiel Caching gegen Konsistenz)
  7. Dokumentation (durchgängige Rückverfolgbarkeit)

Praxisbeispiel (Web API für Bestellabwicklung)

Functional Suitability:
- Functional Completeness: alle Use-Case-Endpunkte vorhanden
- Functional Correctness: Rabatt und Steuer in 100 Prozent korrekt (Unit und Contract Tests)
- Functional Appropriateness: kein überflüssiger Endpunkt

Performance Efficiency:
- Time Behaviour: 95-Perzentil unter 200 Millisekunden bei 100 Nutzern
- Resource Utilization: CPU unter 60 Prozent, Memory OOM Rate 0
- Capacity: 500 Requests pro Sekunde ohne SLA-Bruch

Compatibility:
- Interoperability: OpenAPI-kompatibel, Contract Tests grün
- Co-existence: läuft parallel auf Mandantensystemen

Usability:
- Learnability: Onboarding unter 30 Minuten (Task-Erfolg)
- User Error Protection: Validierung verhindert 99 Prozent syntaktischer Fehler
- Accessibility: WCAG AA erfüllt

Reliability:
- Availability: 99,9 Prozent monatlich
- Fault Tolerance: Circuit Breaker bei Drittsystemausfällen
- Recoverability: MTTR unter 30 Minuten (Warm Standby)

Security:
- Confidentiality: Transportverschlüsselung, Secrets im Vault
- Integrity: Signierte Events, Prüfsummen
- Authenticity: OIDC und MFA für Admins
- Accountability: unveränderliches Audit Log

Maintainability:
- Modularity: Layering, keine Zyklen
- Analysability: Logs mit Korrelationen, Traces
- Modifiability: Feature Flags, klarer Scope
- Testability: 70 Prozent Unit, 20 Prozent Integration, 10 Prozent E2E

Portability:
- Adaptability: konfigurierbare Tenants
- Installability: One-Command Deployment
- Replaceability: DB austauschbar über Port Adapter

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Gemeinsame Sprache über Qualität
  • Messbare Ziele → bessere Architekturentscheidungen
  • Geringere Fehler‑/Betriebskosten
  • Schnellere Abnahme

Nachteile

  • Aufwand für Definition & Messung
  • Mögliche Zielkonflikte
  • Bürokratisierungsrisiko ohne gelebte Praxis

Typische Prüfungsfragen (mit Kurzantwort)

  1. Unterschied ISO 9126 zu 25010? 25010 hat 8 statt 6 Merkmale, neu: Sicherheit und Kompatibilität, schärfere Untermerkmale.
  2. Wo ist Interoperabilität in 25010? Unter Kompatibilität.
  3. Was umfasst Performance Efficiency? Time Behaviour, Resource Utilization, Capacity.
  4. Untermerkmale Maintainability? Modularity, Reusability, Analysability, Modifiability, Testability.
  5. Beispiel messbare Anforderung Zuverlässigkeit? Verfügbarkeit 99,9 Prozent pro Monat, MTTR kleiner als 30 Minuten.

Wichtigste Quellen

  1. https://iso25000.com
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_25010
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_9126
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