Vorgehensmodelle und -methoden auswählen und einsetzen
Dieser Beitrag ist eine Begriffserklärung zur Auswahl von Vorgehensmodellen – inklusive Prüfungsfragen, Kernkomponenten und Tags.
In a Nutshell
Die Auswahl des Vorgehensmodells richtet sich nach Kontextfaktoren wie Risiko, Regulierung, Team und Änderungsdynamik. Danach werden passende Methoden und Artefakte kombiniert, tailored und über Metriken gesteuert.
Kompakte Fachbeschreibung
Vorgehensmodelle strukturieren Projekte in Phasen/Iterationen und definieren Artefakte.
- Klassisch (Wasserfall, V‑Modell XT): Planbarkeit, formale Nachweise
- Agil (Scrum, Kanban): kurze Feedbackzyklen
- Hybrid: kombiniert Governance (z.B. Stage Gates) mit iterativer Lieferung
Auswahl erfolgt kriteriumsgetrieben:
- Kritikalität / Risiko
- Compliance/Regulatorik
- Änderungsrate
- Lieferdruck
- Teamreife / Verteilung
- Vertragstyp
Wichtig: Tailoring dokumentieren (was ist Pflicht, was entfällt, warum) + Metriken (Lead Time, Defektdichte, Velocity, CFD) sinnvoll einsetzen.
Prüfungsrelevante Stichpunkte
- Kontextanalyse anhand Kriterien (IHK)
- Klassisch vs agil vs hybrid erklären und begründen
- Artefakte/Checklisten definieren (DoR/DoD, Abnahme)
- Rollen sauber benennen (PO, SM, Projektleitung, QM)
- Metriken (Flow + Qualität) festlegen
- Risiken managen (Prototypen/Spikes, Reviews)
- Dokumentationspflicht (Tailoring Log, Abnahmen, Traceability)
Kernkomponenten
- Kontextanalyse + Kriteriengewichtung
- Prozessarchitektur (Phasen/Sprints/Meilensteine)
- Rollenmodell + Eskalation
- Artefakte + DoR/DoD
- Planungsmethoden (Roadmap/Release/Sprint)
- QS (Reviews, TDD, CI/CD, Teststrategie)
- Risikomanagement
- Tailoring-Leitfaden
- Metriken + Reporting
- Compliance/Security
Praxisbeispiel (Entscheidungsmatrix)
Webportal (Regulatorik + Integrationsrisiko + Wunsch nach frühen Inkrementen)
Kriterien (Gewicht):
- Regulatorik 30
- Änderungsrate 20
- Integrationsrisiko 20
- Lieferdruck 15
- Teamreife 15
Bewertung 1..5:
- Wasserfall: 5/2/2/3/3
- Scrum: 3/5/4/4/4
- V-Modell XT:5/2/3/3/3
- Hybrid: 5/4/4/4/4 -> höchste Punktzahl
Hybrid-Tailoring:
- Stage Gates (Anforderungsfreigabe, Architekturfreigabe, Go-Live)
- Umsetzung in 2-wöchigen Sprints
- Pflichtartefakte: Risiko-Register, ADRs, Testprotokolle, Abnahme
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Entscheidung nachvollziehbar (Matrix)
- Risiko/Compliance sichtbar adressiert
- Feedbackzyklen verbessern Qualität
Nachteile
- Bewertung kann subjektiv sein
- Hybrid erfordert Erfahrung in Governance + Agilität
- Metriken können Fehlanreize setzen
Typische Prüfungsfragen (mit Kurzantwort)
- Welche Kriterien helfen bei der Auswahl? Risiko, Regulatorik, Änderungsrate, Team, Lieferdruck, Vertrag.
- Was gehört in ein Tailoring-Dokument? Anpassungen/Entfall mit Begründung, Pflichtnachweise, Rollen, Reviews, Metriken.
- Wie verbindet man V‑Modell XT und Scrum? Gates/Nachweise aus V, Lieferung in Sprints mit Reviews.
Lernstrategie
- 2 Projektkontexte vergleichen und Tailoring skizzieren.
- Entscheidungsmatrix mit 5 Kriterien rechnen.
- Kurzbegründung (3 Sätze) trainieren.